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Pressemitteilungen und Archiv

26.11.2012

www.ichteile.com ist heute in die offene Betaphase getreten. 

Ich will nicht teilen!

16.09.2013

Die Technologie-Branche ruft auf der Cebit die „Shareconomy“ aus und propagiert das Teilen übers Internet. Über Schwierigkeiten redet sie dabei aber nicht – und auch nicht über die Lust am eigenen Besitz. Ein Kommentar.

HannoverBitkom-Präsident Dieter Kempf selbst hat noch so seine Zweifel. Menschen seines Geburtsjahrgangs, meinte der 60-Jährige, hätten es nicht so mit dem Teilen im Internet. Doch davon ließ er sich nicht weiter irritieren und verkündete zum Auftakt der Cebit: „Wir wechseln von einer Welt des Besitzens in eine Welt des Teilens.“

Hätte Kempf doch mehr auf sein Bauchgefühl gehört! Denn das Messemotto „Shareconomy“, das diesen Trend auf den Punkt bringen soll, lässt nicht nur für ihn viele Fragen offen.

Die Cebit im Überblick

·         Eröffnung

Die Messe wird 4. März von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Polens Premier Donald Tusk offiziell eröffnet. Polen ist in diesem Jahr Partnerland der Cebit. Außerdem will der Chef des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Thomas Enders, den rund 2500 Eröffnungsgästen den ersten europäischen Mars-Rover „Bridget“ präsentieren.

·         Dauer

Die Cebit 2013 dauert vom 5. bis zum 9. März. Mit der fünftägigen Laufzeit halten die Veranstalter am Umfang der beiden Vorjahre fest. 2010 war die Messe um einen Tag verkürzt worden, um die Kosten der Aussteller zu senken.

·         Leitthema

Das Leitthema der Messe lautet 2013 „Shareconomy“. Die Veranstalter greifen damit ein Trend-Thema auf: Das Teilen von Wissen, Ressourcen, Gegenständen und Erfahrungen mit Hilfe des Internet. Es kann dabei um Wohnungen, Autos oder Rasenmäher gehen - aber auch im kooperative Arbeitsmodelle, bei denen das Netz die Entfernung überbrücken kann.

·         Aussteller

In diesem Jahr stellen rund 4100 Unternehmen aus 70 Ländern ihre Produkte und Neuentwicklungen in Hannover vor.

·         Cebit als Arbeitsmarkt

So umfangreich wie noch nie ist in diesem Jahr der Bereich, bei dem Firmen um Nachwuchs werben. Allein in Deutschland sind nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom mehr als 40.000 Stellen für IT-Fachkräfte unbesetzt. Neben einer Stellenbörse soll auch der „Recruiting Day“ am 9. März Firmen und Bewerber zusammenbringen.

Zum einen krankt es daran, dass es so schwammig ist. Der Technologie-Branchenverband Bitkom fasst unter dem Kunstbegriff Shareconomy etliche sehr unterschiedliche Dinge zusammen: das Teilen von digitalen Inhalten wie Texten, Fotos und Musik, die gemeinsame Nutzung physischer Güter, außerdem die Beteiligung an kommerziellen, kulturellen oder sozialen Projekten über das Internet.

Wer seinen Freunden bei Facebook Urlaubsfotos zeigt, ist nach Lesart des Verbandes damit genauso Teil des proklamierten Trends wie jemand, der bei Airbnb ein Zimmer vermietet oder bei Kickstarter für ein soziales Projekte Geld spendet. Auch das Cloud Computing (selbst schon mal ein – gelungenes – Leitthema der Messe), bei dem Nutzer oder Firmen beispielsweise ihre Dokumente oder Fotos online lagern, zählt der Bitkom dazu. Dabei geht es hier nicht um eine Kultur des Teilens, sondern lediglich eine effiziente Speicherung von Daten.

Mit dem Leitthema Shareconomy ruft die weltgrößte IT-Messe Cebit zum großen Datentauschen auf. Damit das auch klappt, müssen IT-Dienstleister allerdings noch einige Hürden nehmen.

 

eil überall irgendetwas geteilt wird, springen zahlreiche Cebit-Aussteller auf den Trend auf. Wir sind alle Shareconomy! Das lenkt jedoch den Blick ab von der eigentlichen Ökonomie des Teilens – nämlich Portalen wie Airbnb, Carzapp oder WhyOwnIt, über die Nutzer Wohnraum, Autos oder Werkzeuge zur Verfügung stellen. Im Netz-Sprech hat sich dafür der Begriff kollaborativer Konsum eingebürgert.

Das Tauschen bleibt vorerst ein Nischengeschäft

Diese Entwicklung ist in der Tat spannend, aber noch ein Nischenphänomen. Laut einer Bitkom-Umfrage haben neun Prozent der Internetnutzer in Deutschland irgendwann in den vergangenen zwei Jahren mal ein Fahrrad per Bikesharing geliehen, nur drei Prozent ein Auto per Carsharing. Die eigene Wohnung vermietet beziehungsweise eine fremde Wohnung gemietet haben nur zwei Prozent. Die Zahl der regelmäßigen Nutzer dürfte deutlich niedriger sein.

Das Tauschen dürfte vorerst ein Nischengeschäft bleiben. Denn es gibt erstens subjektiv viele Gründe, sich Dinge zu kaufen: Weil es Spaß macht. Weil man nicht erst einen Bohrmaschinenbesitzer in der Umgebung suchen will, zumal viele Heimwerker ihr Werkzeug nur unter größten Bedenken verleihen. Oder weil das eigene Auto Prestige bedeutet und deswegen tunlichst keine Delle abbekommen sollte. Das mag materialistisch und nicht besonders nachhaltig sein, aber so ist unsere Gesellschaft.

Zweitens fehlt es vielen Nutzern an Vertrauen. Was, wenn die eigene Wohnung Schäden nimmt, während man nicht zu Hause ist? Es gibt zwar vertrauensschaffende Maßnahmen wie Versicherungen, diese sind jedoch nicht zum Nulltarif zu haben. So werden die Nutzer genau rechnen, ob sich das Leihen lohnt.

Auch die großen Unternehmen hängen keinen Sozialutopien nach. BMW will keine Carsharing-Plattform betreiben, sondern teure Premium-Autos verkaufen. Wenn Mittzwanziger mit einem Mini durch Berlin, Hamburg oder München flitzen, bindet der Hersteller die Kunden von morgen an sich. Und falls sie sich doch nie ein eigenes Gefährt beschaffen, verdient er wenigstens Geld mit den wie auch immer gemieteten Fahrzeugen.

Oder ist die Akzeptanz des Teilens nur eine Frage des Alters, wie Bitkom-Präsident Kempf meint? Das wird die Zeit zeigen. Jetzt ist sie aber vor allem eine Frage von Komfort und Risiko.

CeBIT: Merkel: Die "Shareconomy" darf niemanden zurücklassen

16.09.2013

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der polnische Ministerpräsident Donald Tusk haben am Montagabend im Kongresscentrum Hannover vor rund 2500 geladenen Gästen die CeBIT 2013 offiziell eröffnet. Unter dem Motto "Shareconomy" will sich die weltgrößte Computermesse in diesem Jahr mit dem Wirtschaften im Zeitalter des Internets befassen: Es geht um das Teilen von Wissen, Ressourcen, Gegenständen und Erfahrungen. Partnerland der CeBIT ist in diesem Jahr unser Nachbarland Polen.

Neue Technologien müssten der Menschheit zu Gute kommen und dürften nicht gegen sie eingesetzt werden, mahnte Tusk. In diesem Zusammenhang erinnerte er an den Widerstand gegen ACTA, der in Polen seinen Ausgang genommen hatte. Das intellektuelle Potenzial der Polen seien eine der wichtigsten Ressourcen seines Landes, betonte der polnische Ministerpräsident in seiner Ansprache zur Eröffnung der Messe. Die Partnerschaft mit der CeBIT sei wichtig für die sich dynamisch entwickelnde IT-Branche in Polen, die mit 150 Ausstellern auf der Messe vertreten ist.

"Denken Sie außer Ihrem neuen Produkt auch an die Folgen, die es für die Gesellschaft haben kann", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel an die Adresse der anwesenden Industrievertreter. Die Kanzlerin sieht die Aufgabe der Politik darin, dafür Sorge zu tragen, dass nicht Teile der Bevölkerung von der Entwicklung abgekoppelt werden. Internet der Dinge und Shareconomy seien "mehr als nur eine technische Innovation". Sie seien Ausdruck eines "tiefgreifenden Wandels, auf den die soziale Marktwirtschaft eine Antwort finden muss". Merkel verwies in diesem Zusammenhang auch auf den zuletzt wegen der Arbeitsbedingungen von Leiharbeitern in die Schlagzeilen geratenen Internethändler Amazon.

 

"Das Internet hat sich eingenistet in der realen Produktion", bilanzierte die Bundeskanzlerin und scherzte angesichts des vom Bitkom-Chef ins Spiel gebrachten Begriffs "Industrie 4.0", dass die gute alte CeBIT vielleicht wieder mit der Hannover Messe verschmelzen könnte, aus der sie vor über einem Vierteljahrhundert hervorgegangen war.

Merkel warb in ihrer Rede dafür, den rasanten Wandel in der IT-Welt mit dem richtigen politischen Rahmen zu stützen, um global den Anschluss nicht zu verpassen. Maschinenbau und Autoindustrie allein reichten nicht aus, um die Zukunft zu sichern. "Wir müssen aufpassen, dass wir eine wirkliche Gründungskultur entwickeln", sagte Merkel zur Förderung vielversprechender Ideen.


Der künftige Mars-Rover "Bridget" hatte einen großen Auftritt in Hannover.
Bild: heise online/HollandFür die Luftfahrtbranche (und alle anderen) sei die IT manchmal ein bisschen zu schnell und zu innovativ, meinte EADS-Chef Thomas Enders. Er appellierte an die Vertreter der IT-Industrie, die Zusammenarbeit mit anderen Branchen zu verstärken, um diese Lücke zu schließen. Enders hatte den europäischen Marsrover "Bridget" mitgebracht, an dem die EADS-Tochter Astrium mit der europäischen Raumfahrtagentur ESA arbeitet. Bridget durfte die Messe auf Knopfdruck der Prominenz symbolisch eröffnen.

Über 4100 Unternehmen zeigen in diesem Jahr ihre Waren und Dienstleistungen auf der Messe, das sind etwas weniger als noch im Vorjahr. Doch die CeBIT will Aussteller, Besucheranzahl und Fläche als Indikatoren ihres Erfolgs nicht mehr gelten lassen. "Für uns sind vielmehr die Punkte Besucherqualität, Unternehmensstruktur und Reichweite wichtig“, sagt Messe-Chef Frank Pörschmann. Wie im vergangenen Jahr präsentieren sich die Aussteller auf den vier übergreifenden Plattformen "Pro" (Geschäftskunden), "Life" (Privatnutzer), "Gov" (öffentliche Hand) und "Lab" (Forschung).

Das diesjährige CeBIT-Motto "Shareconomy" erklärt Bitkom-Präsident Dieter Kempf mit einem "Paradigmenwechsel" weg "von der Ökonomie des Besitzens zu einer Ökonomie des Teilens", für den IT und Telekommunikation "das Tor aufstoßen". Die Shareconomy brauche neue Denkansätze. Kempf nutzte die Gelegenheit, einmal mehr auf den von der Branche mantramäßig beklagten Fachkräftemangel hinzuweisen.

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) riet den Unternehmen, dafür auch die Messe zu nutzen. "Die Cebit wandelt sich immer mehr auch zu einer Jobbörse", betonte der Landesvater zur Begrüßung der internationalen Gäste in der Landeshauptstadt. "Nutzen Sie die Chance, qualifizierte Bewerber aus dem In- und Ausland für sich zu gewinnen", forderte der Ministerpräsident die anwesenden Branchenvertreter auf.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) vergab im Rahmen der Eröffnungszeremonie den ersten Preis im Rahmen des CeBIT Innovation Award 2013 an das Forschungsprojekt "Display as a Service", bei dem verschiedene Displays von einem Gerät über das Internet angesteuert werden können. Das Projekt wird unter der Leitung von Alexander Löffler am Intel Visual Computing Institut der Universität des Saarlandes entwickelt. Die weiteren Preisträger des CeBIT Innovation Awards werden am Dienstag auf der Messe ausgezeichnet.

Die CeBIT öffnet am Dienstag um 9 Uhr ihre Pforten. Bis Samstag 9. März stehen die Hallen auf dem Messegelände in Hannover täglich von 9 bis 18 Uhr für Fachbesucher und das interessierte Publikum offen. Eine Tageskarte kostet 40 Euro; Dauerkarten sind für 90 Euro zu haben. Ermäßigte Tageskarten zu 18 Euro gibt es für Messebesucher mit Behinderungen (inkl. einer Begleitperson) und am Samstag für Schüler, Auszubildende und Studenten sowie Wehrdienst- und Freiwilligendienstleistende. (mho) /(vbr)

Teilen als Geschäftsidee Deins, meins - egal

16.09.2013

Von Maren Hoffmann

Nutzen statt besitzen, das ist bei Autos und Wohnungen schon lange ein Erfolgsmodell. Teilen lässt sich aber noch viel mehr. Vom Darth-Vader-Kostüm bis zur Toilette - das Angebot im Netz ist fast unbegrenzt. Und Geld verdienen lässt sich auch noch damit.

Philipp Gloeckler will dieses Jahr nichts kaufen. Es ist ja schon alles da. Es gehört zwar nicht ihm, aber das macht ja nichts. Der 28-Jährige leiht lieber. Mit fünf Leuten arbeitet er an der App Whyown.it. Über das Portal kann man im digitalen Freundeskreis nach Dingen suchen, die man leihen oder verleihen möchte. "Nur weil uns die großen Konzerne einreden, wir müssten alles selbst haben, stimmt das noch lange nicht", sagt Gloeckler. "Ich besitze liebend gern nichts, habe aber Zugang zu allem." Demnächst fährt er mit einem geliehenen Snowboard in den Wintersport.

Die "Access society", die Zugangsgesellschaft, hat der amerikanische Soziologe und Ökonom Jeremy Rifkin schon im Jahr 2000 propagiert: Der Zugang zu Produkten und Ideen zähle in Zukunft weit mehr als schwerfälliger Besitz. "Collaborative Consumption", gemeinschaftlicher Konsum, nennt es Rachel Botsman, die Vordenkerin der gleichnamigen Bewegung.

Sie sieht in der neuen Vernetzung immense kulturelle und kommerzielle Sprengkraft: Der Konsument ist nicht mehr passiv, sondern speist aktiv seine Güter in den Kreislauf des Tauschens und Teilens ein - entweder aus Überzeugung oder um mit brachliegendem Besitz Geld zu verdienen oder gleich beides.

Weg von der Wegwerfgesellschaft

Couchsurfer übernachten gratis bei ihresgleichen, Bookcrosser bringen Gelesenes geldlos in den Umlauf. Aber die Ökonomie des Teilens wird zunehmend auch ein relevanter Wirtschaftsfaktor: Der Mitwohnvermittler Airbnb, der Privatquartiere als Alternative zum Hotel anbietet und dafür eine Provision kassiert, hat schon mehr als zehn Millionen Übernachtungen vermittelt. Automobilhersteller Daimler bietet in deutschen Großstädten mit Car2go Smarts zum Teilen an. Und Autovermieter Avis erwarb jüngst den amerikanischen Carsharer Zipcar - für mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar. Die diesjährige Computermesse Cebit hat sich sogar "Shareconomy" als Leitmotto verpasst.

Noch ist der Anteil des Gemeinschaftskonsums an der Gesamtwirtschaft gering. Eine große Online-Umfrage des Cloud-Computing-Unternehmens Salesforce.com vor gut einem Jahr zeigte: Weniger als fünf Prozent der Befragten haben selber schon einmal Sharing-Plattformen ausprobiert. Je älter die Nutzer, desto skeptischer waren sie gegenüber dem Konzept. Insgesamt sagten aber mehr als 70 Prozent der Befragten, dass Teilen immer populärer werde.

Weg von der Wegwerfgesellschaft - das wünschen sich offenbar viele. Der Essener Nachhaltigkeitsexperte Johannes Reidel steht den Tauschangeboten dennoch skeptisch gegenüber: "Es ist ein Ansatz in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung, aber es ist empirisch noch nicht erwiesen, dass es tatsächlich Vorteile bringt." Eine Tauschökonomie müsse nicht notwendig zu mehr Nachhaltigkeit führen. "Einerseits muss man den logistischen Aufwand für den Transport der Güter bedenken, andererseits könnten sich einige Shared-Consumption-Modelle sogar konsumsteigernd auswirken."

Gründer im Zweifel: Soll ich dafür meinen Job kündigen?

Tatsächlich gehen fast wöchentlich neue Tausch- und Sharingportale an den Start. Die meisten müssen aber erstmal Lehrgeld zahlen. So auch Michael Aechtler, der 2010 das Portal Leihdirwas gegründet hat: "Nach dem Start haben uns gewerbliche Anbieter mit Angeboten zugeschüttet. Da waren 80.000 Artikel eingestellt, aber niemand meldete sich mehr an, weil zum Teil auch Mondpreise verlangt wurden."

Aechtler und seine Mitstreiter entschieden sich für einen radikalen Schnitt: "Bei unserem Relaunch im März 2012 haben wir alle User und alle Artikel rausgeschmissen und sind komplett neu gestartet." Beliebtestes Leihobjekt der Plattform ist nun Aechtlers eigenes Kostüm des Filmschurken Darth Vader aus "Star Wars", das er für 69 Euro pro Woche anbietet. Ein gutes Beispiel für Gegenstände, die man nun wirklich nicht täglich braucht. Warum sollen sie herumliegen, wenn sie auch Geld bringen können? Das teure Kostüm habe sich längst mehrfach amortisiert, behauptet Aechtler.

Er glaubt, dass die Vernetzung von Freunden alleine wenig bringt. "Freunde sharen nicht", ist seine These, "Leute leihen sich über eine Plattform nichts von Freunden oder Nachbarn aus. Die Transaktionen finden zu 99 Prozent unter Fremden statt. Unsere Plattform soll das Vertrauen zwischen Fremden herstellen."

Darf ich mal Ihre Toilette nutzen?

Das kann ein heikler Spagat sein, gerade, wenn es darum geht, anderen Leuten Zugang zu privaten Bereichen zu geben. Die App "Cloo" etwa, bisher auf amerikanische Großstädte beschränkt, hat sich eines dringenden Alltagsproblems angenommen: Man ist in einer fremden Stadt unterwegs und muss mal - will aber nicht in einem Café oder Restaurant fragen müssen. Die App zeigt auf einer Karte, wo Freunde und Freunde von Freunden aus dem sozialen Netzwerk gegen ein kleines Entgelt Zugang zu ihrer privaten Toilette gewähren. Ganz Fremde sollen das freie WC nicht angezeigt bekommen.

Vertrauen, das ist auch Rachel Botsmans These, ist die neue Bonität in der digital vernetzten Welt. Auf allen Portalen können Nutzer die Erfahrungen bewerten, die sie miteinander gemacht haben - sei es als Käufer oder Verkäufer. Wem man sein Auto oder seine Bohrmaschine leihen oder wen man in seine Wohnung lassen möchte, hängt entscheidend davon ab, welche digitale Reputation der Handelspartner genießt.

Für neue Portale ist es naturgemäß schwierig, hier aussagekräftige Größen zu liefern. Start-ups wie Trustcloud versuchen, die Vertrauenswerte verschiedener Plattformen, wie etwa Ebay und Amazon, zu einem aussagekräftigen Gesamtwert zu aggregieren, ähnlich wie in der Old Economy die Schufa Kreditwürdigkeit ermittelt. Künftig könnte ein Trustcloud-Wert entscheiden, welche Angebote man nutzen kann - und am Ende vielleicht sogar zu welchem Preis, je nachdem, wie hoch der Risikoaufschlag ausfällt.

Teile und spare

16.09.2013

03.03.2013 · Unter dem Motto „Shareconomy“ blickt die Cebit auf Tauschgeschäfte über das Internet. Der Trend zum gemeinsamen Konsum erfasst inzwischen auch Unternehmen.

Von Martin Gropphttp://vg03.met.vgwort.de/na/f41e288b9e05415e85e160032fbe4bda

Über den Anfang machten sich viele lustig. „Zylinder auf Rädern“ oder „Fliegender Badebottich“ nannten die Amsterdamer das Autoteilprojekt Witkar, das der Ingenieur Luud Schimmelpennink erfunden hatte. Vor fast 39 Jahren rief Schimmelpennink mit Witkar in den Niederlanden eines der ersten Carsharing-Systeme der Welt ins Leben. Es lief 14 Jahre und zu Hochzeiten teilten sich rund 5000 Menschen die klobigen Fahrzeuge. Heute erreicht das Teilen über das Internet andere Größenordnungen.

Einer repräsentativen Umfrage des Branchenverbands Bitkom zufolge ist Teilen vor allem unter Jüngeren beliebt. So sehen 97 Prozent der 14 bis 29 Jahre alten Deutschen es als selbstverständlich an, das Netz zu nutzen, um Wissen, Ressourcen oder Erfahrungen zu tauschen. Inzwischen gibt es Tauschplattformen für alles: Auf Seiten wie Unseraller.de können Menschen ihre Erfahrungen einbringen, um neue Produkte mitzugestalten. Unter Kleiderkreisel.de tauschen Menschen Pumps, Pullover und Paillettenroben. Und auf Frents.de leihen sich Mitglieder untereinander ihre Bohrmaschinen.

Kürzlich hat der amerikanische Unterkunftvermittler Airbnb verkündet, dass über ihn im vergangenen Jahr rund um die Welt drei Millionen Menschen online eine temporäre Bleibe gefunden haben. Und in deutsche Carsharing-Autos sind 2012 mehr als 450000 Fahrer eingestiegen. Grund genug für die Cebit, in diesem Jahr unter dem Schlagwort „Shareconomy“ das Tauschen im Netz in den Mittelpunkt der Messe zu stellen.

Soziale Netzwerke machen es möglich

Das Geschäft mit dem Teilen floriert. Möglich gemacht haben das unter anderem soziale Netzwerke wie Facebook. Über sie fassen Menschen zu Fremden einen Grundstock an Vertrauen, der notwendig ist, um anderen Alltagsgegenstände oder sogar die eigene Wohnung zu überlassen. „Das mobile Internet über Smartphones und die sozialen Medien haben das Tauschen erst möglich gemacht“, sagt Alexander Holst, der beim Beratungsunternehmen Accenture den Bereich Nachhaltigkeit leitet. „So erhalten Menschen die Möglichkeit zu sehen, dass nur hundert Meter entfernt ein anderer eine Bohrmaschine verleihen will. Das Netz senkt die Kosten für den Tausch immens.“

Der Wille zu tauschen ist längst nicht mehr auf Endverbraucher und Konsumgüter beschränkt. Michael Kuhndt erforscht für das Wuppertaler Zentrum für nachhaltigen Konsum und Produktion den gemeinschaftlichen Konsum. Er berichtet von ersten Initiativen, die sich auf das Teilen zwischen Unternehmen verlegen, zum Beispiel von der niederländischen Plattform Floow2, auf der Landwirte oder Baubetriebe Traktoren, Kräne oder Bagger von Konkurrenten leihen können, die ansonsten ungenutzt in deren Fuhrpark stehen würden. „Der Anreiz für Unternehmen, per Tausch zusammenzuarbeiten sind die Kosten“, sagt Kuhndt. Nachdem auch Unternehmen zaghaft beginnen, miteinander zu teilen, werde der nächste Schritt nach Kuhndts Meinung gar ein neues englisches Akronym auf die Tagesordnung bringen. Statt B2C als Bezeichnung für Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen („business“) und Konsumenten („customer“) werde es bald C2B geben, wenn etwa Geschäftsreisende über private Unterkunfttauschseiten eine günstige Übernachtung buchen oder ein privat vermitteltes Carsharing-Auto anmieten.

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Accenture-Manager Holst sieht eine Gefahr darin, dass das moderne Teilen etablierte Geschäftsmodelle einfach über den Haufen wirft. „Wenn Nutzer ein Wirtschaftsgut unentgeltlich mehrfach nutzen, finden das die Nutzer toll. Aber die Unternehmen haben es eben nur einmal verkauft“, sagt Holst. Andererseits sieht er aber auch Chancen für Unternehmen: Fahrzeughersteller könnten über ein eigenes Carsharing-Programm mehr über das Nutzungsverhalten ihrer Kunden lernen und Markenloyalität steigern. Außerdem werde es künftig für alle zur Notwendigkeit, Ressourcen zu sparen.

Für die Zukunft erwartet Holst einzelne Produktkategorien wie Autos oder Unterkünfte, die weiter stark wachsen werden. „Aber Airbnb wird nicht alle Hotels ersetzen. Und es wird in fünf Jahren auch noch kein Massenphänomen sein“, sagt Holst. Das weiß er auch aus eigener Erfahrung: Als der Manager vor kurzem seine Frau überzeugen wollte, das eigene Heim anderen zur Verfügung zu stellen, habe die gleich abgewinkt.

Quelle: F.A.Z.

Ansprechpartner

Sabine Heymann

Tel.: +49 (0)30 749 22 907

mobile +49 (0)172 3121 402

presse(at)ichteile.com

18.01.2016

Ichteile.com ist ein Internetportal, auf dem Privatpersonen vorhandene Dinge mit Anderen in Gemeinschaft nutzen oder sich gemeinsame Anschaffungen teilen sollen.

Gemeinsames Nutzen von Dingen/Dienstleistungen spart Geld, verteilt Ressourcen auch an Menschen mit weniger Mitteln und vermeidet überflüssige Mehrfachanschaffungen und damit Wohlstandsmüll.

Zielgruppe sind alle Menschen ab 18 Jahren, die das Internet nutzen und die sozial motiviert sind, sind mit ichteile.com angesprochen. Menschen die sich vorstellen können, Dinge und Dienstleistungen gemeinsam mit Anderen zu nutzen oder sie anzuschaffen, um Geld und Ressourcen zu sparen und Wohlstandsmüll zu vermeiden.

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